Danke, dass Sie mir Ihre Tür geöffnet haben!

Haustürbesuche in 31 Ortschaften –was habe ich mir denn da vorgenommen?

 Geschafft habe ich letztendlich 30 Ortschaften. Nur leider Ebertshausen war bei meiner Tour zeitlich nicht mehr unterzubringen. Hier habe ich aber mit dem Ortsbürgermeister ein ausführliches Gespräch geführt.

Ich habe die Türen nicht gezählt an denen ich geklingelt habe, und im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich keinen Schrittzähler dabei hatte. Aber jeder Schritt hat sich gelohnt.

Der prägendste Moment war wohl der Start.

Ich habe gleich den ersten Termin unserer Dörfertour in Schönborn Ende Februar genutzt um meine Haustürbesuche zu starten. Bei strahlendem Wetter klingelte ich an der ersten Haustür. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht nervös war. Aber gleich die ersten Kontakte verliefen sehr positiv, man bot mir schon bald den ersten Kaffee an und es gab interessante Gespräche. Natürlich konnte ich nicht alle Einladungen annehmen, sonst hätte ich die Runde nicht geschafft. Vielen war ich bereits aus der Presse bekannt und man stellte auch Fragen. Hier habe ich mir auch gleich angewöhnt, die Anregungen der Bürger zu notieren.

Diese ersten Erfahrungen haben mich darin bestärkt, dass es die richtige Entscheidung war, mich auf diesen Weg durch unsere neue Verbandsgemeinde zu machen. Natürlich kennt man die Orte.  Aber die kleinen Seitenstraßen, die liebevoll angelegten Grundstücke, Vorgärten und alten Höfe zu entdecken, das war immer wieder aufs Neue interessant. Natürlich gab es auch Bereiche, die noch zu entwickeln wären. Gerade die Dorfkerne stellen viele Gemeinden noch vor große Herausforderungen.

In den Gesprächen stellte man auch schnell fest, dass es bereits zwischen unseren beiden Verbandsgemeinden viele Verbindungen gibt. Über den Arbeitsplatz, Verwandtschaftsverhältnisse, Freundschaften oder Vereinstätigkeiten findet hier schon ein reger Austausch statt.

Jetzt, nach unzähligen Haustüren und Briefkästen, Bekanntschaften mit Hunden und Katzen, vielen Haustürsprüchen und Klingelvarianten und besonders den vielen unterschiedlichen Menschen kann ich ein Resümee ziehen:

  • Ganz klar stand bei meinen zahlreichen persönlichen Gesprächen die Mobilitätssituation im Mittelpunkt. Nicht nur von den Senioren sondern häufig auch von Eltern schulpflichtiger Kinder und von Jugendlichen gab es Kritik und Anregungen. Ob es die langen Fahrtzeiten zu den Schulstandorten oder die unzureichende Erreichbarkeit der zentral gelegenen Versorgungsgebiete und Veranstaltungsangebote sind, das wird für unsere flächenmäßig große Region mit ihren vielen kleineren Ortschaften für die Zukunft eines der wichtigsten Themen für die weitere Entwicklung sein.
  • Häufig wurde auch die Sorge um die zukünftige Entwicklung der ärztlichen Versorgung angesprochen. Auch hier waren es neben den Senioren, die Eltern, die Wert auf eine gute Erreichbarkeit von Haus- und Fachärzten legen. Jede Möglichkeit der Ansiedlung von medizinischen Fachkräften sollte genutzt und unterstützt werden.
  • Vielen Menschen lag auch die Betreuungssituation im Kindergarten und Schulbereich am Herzen. Eine durchgehend gesicherte, qualitative Ganztagsbetreuung ist für viele junge Familien die Grundlage, damit sie in unseren lebenswerten Dörfern weiterhin wohnen, ihren Beruf ausüben können und sich in das örtliche gesellschaftliche Leben einbringen. Das nutzt am Ende uns allen. Was schafft mehr Identität und verbindet uns mit unserer Heimat als unsere Kindheitsprägungen? Diese Prägungen finden heute weniger auf den Spielplätzen unserer Orte sondern mehr durch die Ganztagsbetreuungen in unseren Einrichtungen statt. Was hier investiert wird ist goldrichtig investiert.

Meine Erfahrungen haben mich auch darin bestärkt, dass unsere Verbandsgemeinden sich in ihrer Struktur, den Einwohnern, den Herausforderung und Stärken sehr ähnlich sind und die Wahl des Fusionspartners die richtige Wahl ist. Wir können gemeinsam vieles schaffen.

Die Bürger begegneten mir mit Interesse, mit sachlichen und kritischen Nachfragen aber auch mit Offenheit und Freundlichkeit. Es gab keine negativen Erlebnisse und ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich niemanden in seiner Privatsphäre belästigt habe. Die Haustürschwelle wurde nur auf Einladung übertreten, ansonsten konnte ich immer mein Anliegen vorbringen und meine Visitenkarte hinterlassen.

Auch wenn das Wetter nicht immer so strahlend wie am ersten Tag war und ich mir eine sehr sportliche Herausforderung vorgenommen habe, die mich auch körperlich forderte, möchte ich auf diese Erfahrung nicht mehr verzichten.

Die Menschen lernt man am Besten in ihrer eigenen gewohnten Umgebung kennen, hier fühlen sie sich sicher und reden Klartext.

Als Dorfkind habe ich mich auf dieser Tour immer wie zuhause gefühlt.

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